Samstag, 21. Februar 2015

Ausflug in die Rureifel - Immer noch schön da!

Wochenende, Samstag, eigentlich könnte, müsste man so viel machen... Die Lust auf einen kleinen Ausflug kam irgendwann beim Aufwachen und rückte alle anderen Pläne in den Hintergrund. 

Heute Morgen kurz angerufen und nach freien Plätzen gefragt. Könnte knapp werden, Wettsteins Restaurant ist meist gut besucht. Aber ja, zwei gehen noch. - Prima, wir sind bald da!

Lange Zeit war das Wettsteins in meiner Familie unangefochten erste Wahl für kurze Ausfahrten am Wochenende. Dass sich das irgendwann änderte, lag nicht am Lokal, sondern schlicht daran, dass die ebenso notwendigen wie gewohnheitsmäßigen Ausflüge irgendwann aussetzten. 

Umso mehr freute ich mich auf mein Mittagessen. Die Sonne leistete ihren Beitrag, was insofern erwähnenswert ist, weil die Voreifel in meiner Vorstellung immer eher ein bisschen schattig ist. Aber das spielt sich wohl vorwiegend in meinem Kopf ab. 

Nordsee-Bouillabaisse


In Merode gönnte ich mir gleich ein kühles Glas vom feinen Haussekt der Familie. Die Wirtin, Stefanie Faber-Wettstein, hat irgendwann den Weg von der Mosel an die Rur gefunden und dabei offenbar die Getränke mitgebracht. Ihr Mann, Rudolf Wettstein, schickt aus der Küche unter anderem solche Köstlichkeiten: Bouillabaisse von Nordseefischen mit Hummerravioli. Leider war ich nicht schnell genug, um auch noch das geröstete Brot mit der Rouille abzulichten.

Fritten!

Fritten, wie sie sein sollen, goldgelb und knusprig, nicht braun. Keine Angst, das wahnsinnig freundliche Personal kuckt einen auch dann nicht tadelnd an, wenn man mal Fritten nachordert. (Was heute Mittag echt unsere Kapazitäten gesprengt hätte.)

Skrei


Skrei mit Rote Bete, Meerettichschaum und eigentlich Petersilienkartoffeln. - Ja, netter Versuch... 

Seeteufel


Seeteufel mit Zitronen-Pfeffersauce und grünem Spargel. - Eine Vorspeise mit Jakobsmuscheln, Räucher-Kartoffelpüree und Blumenkohl schaffete es ebenfalls nicht aufs Foto. Wir hatten immerhin seit dem Frühstück, zirka zwei Stunden zuvor, nichts gegessen und brauchten dringend neue Energie!





Donnerstag, 19. Februar 2015

Kimchi - Die Abkürzung ist das Ziel

Schnelles Kimchi


Es geht also doch! Offenbar darf man sich beim Thema Kimchi nicht entmutigen lassen. Als ich vor etwa einem Jahr zum ersten Mal traditionelles Kimchi hergestellt habe, fing es schon beim Einkauf an. Drei wunderschöne Chinakohl-Köpfe legte ich im Bioladen auf das Band, als der Kassierer wissen wollte, was ich damit vorhabe. "Gefüllte Kohlköpfe?" mutmaßte er. Nein, ich komme gerade mit lauter Original-Zeug aus dem koreanischen Laden und ich werde Kimchi herstellen. Was dann folgte, war nicht gerade motivierend. Der Kassierer berichtete, wie oft er es schon versucht habe und dass er schließlich dazu übergegangen sei, seinen riesigen Kimchi-Bedarf durch Einkäufe in Düsseldorf zu decken. Upps.

Ein Jahr später erinnern wir uns, dass mit meinem Kimchi damals alles ganz wunderbar geklappt hat. Doch so richtige Lust auf einen neuen Versuch hatte ich bisher nicht. Die ganze Sache ist für meine Verhältnisse ein bisschen zu aufwändig. Der Kühlschrank ist danach wochenlang voller Plastikdosen mit gärendem Kohl und, -das stört mich eigentlich am meisten, eine fast jungfräuliche Packung Babyshrimps fliegt in den Müll, weil mir absolut keine andere Verwendungsmöglichkeit dafür einfällt.

Doch wie komme ich nun an mein Kimchi? Soll ich etwa auch *räusper* nach Düsseldorf fahren? Was ist, wenn mir da etwas passiert? Wenn mir zum Beispiel einer heimlich Blattgold unter den Chinakohl mischt? Vielleicht jagen sie mich auch mit ihrem Altbier aus der Stadt? Wie soll ich das meinen Eltern erklären?

Schnelles Kimchi im Glas


Ein Rezept von Petra Holzapfel versprach Hilfe und ich probierte es mit kleinen Abwandlungen aus. Das heißt, das Rezept ist schon super, aber ich habe alle Zutaten einfach nach Gusto bemessen und darüber hinaus Lauch statt Frühlingszwiebeln verwendet. Leider habe ich auch der Versuchung nachgegeben, etwas Reismehl unter das Gemüse zu mischen. Das würde ich beim nächsten Mal einfach unterlassen, weil die Mischung dadurch nicht wirklich Saft ziehen kann. Das Glas habe ich eine gute Woche bei Zimmertemperatur aufbewahrt. Danach habe ich das Kimchi in zwei kleine Gläser umgefüllt, die nun im Kühlschrank stehen.


Kimchi, Spinat, Breitlauch, Reis, Spiegelei, Sesam, Gochugaru


Heute Mittag das erste Kimchi-Essen mit Reis, Spinat mit Salz und Sesamöl, Lauch mit Sojasauce, Kimchi, Spiegelei, Meersalz, Gochugaru und geröstetem Sesam.


Montag, 2. Februar 2015

Gib mir Saures - Oder: Fütter mich!

Schellis Alpenroggen

Das Alpenroggen ist ein Geschenk von Schelli. 
So sieht das Brot nämlich aus, 
wenn es vom Könner kommt. 
Mehr dazu bei Schelli kocht.


Der Mensch lebt nicht vom Kuchen allein. Ab und zu muss man auch Brot essen und gelegentlich sollte man sich den Spaß gönnen, sein Brot selber zu backen. Einem Sauerteig beim Entstehen zuzusehen, ist so faszinierend, dass ich es kürzlich zum zweiten Mal getan habe: Einfach nur 100 g Roggenmehl Type 1150 mit 100 ml lauwarmem Wasser verrühren und, mit einem Teller abgedeckt, an einem warmen Ort stehen lassen. Danach alle 12 Stunden füttern und jedes Mal 100 g Roggenmehl und 100 ml lauwarmes Wasser unterrühren. Meist habe ich ein bisschen mehr Wasser genommen, weil mir der Teig sonst zu fest schien. Auf diese Weise habe ich den Sauerteig vier oder fünf Tage gepflegt, bis eine ordentliche Menge zusammengekommen war. Außerdem blubberte der Teig und wollte aus der Schüssel raus, ins richtige Leben. Mein Sauerteig hat relativ früh eine deutliche Säure entwickelt (riecht angenehm nach Sauerteigbrot und schmeckt sauer) und die Blasen im Teig waren wohl ein Zeichen dafür, dass auch Hefepilze in meinem Sauerteig leben.


Blubbernder Sauerteig



Mit sowas kann man arbeiten. Also machte ich den Sauerteig backfertig, indem ich diesen Anweisungen folgte und mein erstes Roggenbrot vom neuen Sauerteig buk.
Beim zweiten Durchgang hielt ich mich auch noch an das Rezept von Pöt, denn die Anleitung zur Herstellung von Sauerteig entnahm ich ebenfalls seinem Forum und das hat alles sehr gut geklappt, so wie vor ein paar Jahren schon einmal.

Beim dritten Brot mit dem neuen Sauerteig habe ich mir jetzt ein paar Freiheiten genommen und einfach wieder drauf los gebacken. Im Prinzip versuche ich Pöts vereinfachter 3-Stufenführung zu folgen, aber man kann es sich nicht immer aussuchen. Ich renne also mit meinem Sauerteig und einem alten Thermometer durch die Wohnung, um Plätze mit der richtigen Temperatur zu finden. Mal geht das und mal fällt die Temperatur ohne mein Zutun über Nacht um 5°. Mal gehe ich mit dem Sauerteig schlafen und mal vergesse ich, ihn nach dem Aufstehen zu füttern, - was soll’s. Am Ende kommt ein ziemlich leckeres Weizenmischbrot dabei heraus. Weizenmischbrot esse ich ziemlich gerne, eigentlich noch viel lieber als reines Roggenbrot.  

Ganz besonders freut mich, dass ich jetzt auch regionales Mehl gefunden habe. Die Horbacher Mühle im Bergischen Land verwendet rheinisches Getreide und liefert mir die Qualität, die aus meinen stümperhaften Back-Skills leckeres Brot macht (und nein, das ist keine bezahlte Werbung!).


Zwei kleine Weizenmischbrote

Anfängerbrote. 
So sehen meine Weizenmischbrote aus, 
nachdem der junge Sauerteig 
die dritte Runde gedreht hat.

Weizenmischbrot mit Sauerteig

Samstagmittag

100 g Roggensauerteig
mit 100 g Roggenmehl 1150
und 100 ml lauwarmem Wasser verrühren und abgedeckt (z.B. auf einen Teller auf der Heizung), bei 28°C, 8 Stunden stehen lassen

Samstagabend

Wieder 100 g Roggenmehl und 100 ml lauwarmes Wasser darunter mischen und abgedeckt 12 h (z.B. neben der Heizung) stehen lassen, bei 23° C.

Sonntagmorgen 

Nochmals 100 g Roggenmehl und 100 ml lauwarmes Wasser unterrühren und 4 Stunden bei ca. 18°C abgedeckt stehen lassen.

Den Teig herstellen: 500g dunkles Weizenmehl (Type 1050), 20 g Salz und ca. 300 ml (vorsichtig rantasten!) lauwarmes Wasser hinzufügen und gründlich kneten, ca. 10 Minuten (länger macht es der Handrührer nicht, danach steigt Rauch auf).

Gärkörbchen und eine flache Form mit Tuch ausgelegt


2 Gärkörbchen einstäuben. Oder, wie bei mir, ein Gärkörbchen und eine Gratinierschale mit einer Serviette, die mit Stärke eingepudert wurde.

Aus dem Teig zwei Laibe formen und rund wirken. Zum Gehen in die Körbchen legen. Bisschen mit Wasser einpinseln. Bei eingeschalteter Lampe im Backofen ca. 2 h gehen lassen, bis sich die Laibe etwa verdoppelt haben.

Rausnehmen.

Backofen auf 250°C vorheizen.

Die Teiglinge vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech stürzen und in den Ofen schieben. Eine flache Schale mit heißem Wasser füllen und auf den Boden des Backofens stellen.

Nach 20 min. die Wasserschale rausnehmen und die Temperatur auf 200°C senken. 
Weitere 20 min backen.

Rausnehmen und unter einem Tuch abkühlen lassen.

Brot und Erbsensuppe



Samstag, 24. Januar 2015

Kleine Rotweinkuchen - Aus eins mach zwei



Vor ein paar Jahren kam dieser Trend mit den kleinen Kuchen auf. Sie sehen hübsch aus und sind unter Umständen praktischer als ihre großen Geschwister. Wer seinen Fresstrieb nicht zügeln kann, spürt beim letzten Bissen eher Erleichterung als schlechtes Gewissen. Leute wie ich, die eher dazu neigen, Reste ewig aufzubewahren, kommen mit dem XS-Gebäck auch besser klar, weil es weniger Reste gibt, die irgendwo vergammeln können. Lauter Vorteile also. Die Nachteile sind ebenfalls offensichtlich, denn manchmal ist klein eben doch zu klein. Und von der Energieseite her betrachtet ist das auch alles ungünstig. Für einen winzigen Kuchen den Backofen aufzuheizen, ist zumindest albern. Ein bisschen vernünftiger wird es schon, wenn wir gleich zwei davon in die Röhre schieben.


Vor kurzer Zeit habe ich so eine kleine Mini-Springfom mit Lochboden beim Discounter gekauft. Die Napfkuchenform ist schon wesentlich älter und ich denke, sie stammt aus der Zeit, als ich einen dazu passenden Minibackofen in meiner Studentenküche hatte.

Die kleinen Backformen fassen jeweils etwa 0,5 Liter. Da passt es gut, wenn wir ein normales Rezept für einen Kuchen in der 11 x 25 cm Kastenform durch 2 teilen, - denn die fasst 1 Liter. Leider kann man die Backzeit nicht auch einfach durch 2 teilen. Das haut nie im Leben hin. Bei einem Kuchen, der in der großen Form etwa 55 bis 60 Minuten braucht, gehe ich hier mal von 45 Minuten in der kleinen Form aus.



Zwei kleine Rotweinkuchen

100 g dunkle Schokolade
50 g Mandeln, mit Haut
200 g weiche Butter
100 g Zucker
1 Prise Salz
2 TL Vanilleextrakt
3 Eier
200 g Mehl mit 2 1/2 gestr. TL Backpulver gemischt
100 ml Rotwein
2 gestr. TL Kakao
1 gestr. TL Zimt

Puderzucker und Rotwein für den Guss


Den Backofen auf 180°C vorheizen

Die Backformen gründlich mit Butter fetten und mit Mehl ausstreuen. Überschüssiges Mehl ausschütten. Die Formen bis zur weiteren Verwendung in den Tiefkühler oder in den Backofen stellen.

Die Schokolade mit einem schweren Messer hacken und eventuell noch mal kurz in den Mixer geben.

Die Mandeln im Mixer fein zerhacken.

Die Butter schaumig schlagen. Vanilleextrakt, Zucker und Salz mit der Butter schlagen. Die Eier hineinschlagen und gut verrühren.

Mehl mit Zimt und Kakao mischen und abwechselnd mit dem Rotwein unter die Buttermischung rühren.

Den Teig auf die vorbereiteten Formen aufteilen. Die Formen noch mal leicht auf die Arbeitsplatte schlagen, damit der Teig auf auf den Boden sinkt.

In den vorgeheizten Ofen geben und ca. 45 Minuten backen.

Auf einem Gitter zunächst 5 bis 10 Minuten abkühlen lassen und dann vorsichtig aus den Formen stürzen. Auf dem Gitter vollständig abkühlen lassen.

Etwas Puderzucker mit ganz wenig Rotwein anrühren und den Kuchen nach Geschmack damit bestreichen. Den Guss fest werden lassen.

Sonntag, 18. Januar 2015

Pulled Hämmchen

Die vergangenen Tage brachten aufregende Neuigkeiten für mich. Im Laufe des Jahres steht eine kleine Reise an, die für andere sicherlich nix Besonderes wäre. Aber für mich ist die Sache eher außergewöhnlich. Und wie gesagt, ziemlich aufregend. Sogar mein Appetit hat ein bisschen darunter gelitten. 

Mit gewohnter Zuverlässigkeit war der alte Schlawiner aber heute Mittag zurück. Und so hatte das wunderbare Sauerkraut aus dem Gesindehaus endlich seinen Auftritt. Ein schönes Kraut, eher grob als fein geschnitten, fruchtig und nur leicht säuerlich, schon im Steinguttopf mit Wacholder und Lorbeer gewürzt. Mit Kartoffeln aus meinem Nachbardorf und einem kleinen Eisbein (Hämmchen oder Hämmche, wie es bei uns heißt) aus dem Bergischen Land wurde daraus ewas sehr Empfehlenswertes.




Normalerweise lässt man Fleisch bei niedriger Temperatur lange garen, damit es schön weich wird. Beim Eisbein ist das eigentlich nicht nötig, denn das zerfällt sehr leicht in butterweiche Stücke. Doch es gibt einen anderen Grund, weshalb ich das Fleisch in einem Gefrierbeutel zwei Stunden bei 80°C gegart habe. Das ganze Fett und die Flüssigkeit werden in dem Beutel aufgefangen und können danach weiter verwendet werden.



Das Eisbein war übrigens nicht gepökelt und daher nicht wie gewohnt schweinchenrosa. Mir ist der Geschmack von dem ungepökelten Fleisch ein bisschen lieber. Das Fleisch habe ich in Stücke geschnitten und dann mit etwas Salz und einer gewürfelten Zwiebel ganz langsam in einem kleinen Topf in der eigenen Flüssigkeit weiter gegart.




Es dauert nicht sehr lange, bis sich das Fleisch mit einer Gabel zerrupfen lässt. Die Fleischfetzen kommen dann zu dem fertigen Sauerkraut. Dafür habe ich eine Zwiebel angeschwitzt und dann reichlich gemörserten Kümmel und schwarzen Pfeffer mitschwitzen lassen, ebenso das Sauerkraut. Sobald alles ein bisschen Aroma entwickelt hat, kommt etwas Weißwein zum Kraut und dann darf es nach Geschmack weich kochen. Den Saft aus dem Hämmchen, der sich schön mit der Zwiebel vermischt hat, kann man leicht entfetten und zum Kraut geben. Wenn man gutes Fleisch genommen hat, dann schmeckt dieser Saft köstlich!



Zu Eisbein und Sauerkraut passten sicherlich auch andere Beilagen, aber Püree von leckeren Kartoffeln ist nie verkehrt.

EDIT: Zwei Stunden bei 80°C + ca. eine Stunde Nachgaren im eigenen Sud reicht für so ein winziges Stück Fleisch, wie ich es hatte. Ein ganzes Eisbein ist aber deutlich (!) größer. Die Garzeiten müssten also entsprechend verlängert werden. Für mehrere Personen würde ich bei dieser Methode aber eher mehrere kleine Hämmchen empfehlen.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Pasta #58 - Buttermöhrchen für die Figur

Blog-Event CIV - Rezepte fuer die Figur

Rezepte für die Figur. - Hey, was für eine Figur? Der menschliche Körper ist ja an sich schon so eine Witzfigur. Alles, was wir essen, ist, wenn man es so sieht, auf irgendeine Weise für die Figur.

Aber mit dem Ausdruck „für die Figur“ ist wohl was anderes gemeint. Der Ausdruck ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen, bedeutet aber eigentlich „für die schlanke Figur“. Heute sagt man sowas nicht mehr. Jedenfalls nicht, wenn man cool ist. Heute muss man detoxen, gesund leben, leicht leben, entlasten, was für sich tun, mal ausprobieren ob man ohne Kohlehydrate auskommen kann, unverträgliche Nahrungsmittel meiden, sich besser fühlen, ein veganes Experiment machen, alles roh (neue Schreibweise: raw) essen, diese unheimlich leckeren grünen Smoothies trinken, für den Geist und die Seele fasten, schnell noch eine rauchen, gerade so einen gesunden Stress haben… und ganz nebenbei (echt!) ein paar Kilos verlieren. - Aber hey, Abnehmen? Ich doch nicht!

Abnehmen ist uncool und das wissen auch die, die fast ihr ganzes Leben pausenlos auf Diät sind. Bloggerinnen, die lieber sterben würden, als Kohlehydrate zu essen, posaunen herum, wie schamlos sie reinhauen können und dass sie sich das Buttercremefrosting mit dem Löffel reinpfeifen. Selbst Supermodels, deren Daseinszweck das Diäthalten und Dünnsein ist, lassen sich wie zufällig mit fettriefenden Burgern fotografieren und das Material von den eigenen Agenturen verbreiten. Und warum tun sie das? Weil sie wissen, wie unsexy es ist, wenn man nie etwas essen kann. Obwohl jeder einsieht, dass man nicht mit 1,75 m Körpergröße in Size Zero reinpasst, wenn man dicke Butterbrote mit Leberwurst oder Wiener Schnitzel zu sich nimmt, soll die kaufkräftige Öffentlichkeit auf gar keinen Fall das echte Bild im Kopf haben.

Auch ein Supermodel verliert deutlich an Glamour, wenn das hübsche Gesicht beim Anblick von Nahrung Stress und Schweißperlen zeigt. Keiner soll die gesellige Tafelrunde sehen, bei der das richtige Essen den Männern vorbehalten ist, weil die Damen wirklich nur an einem Salat schnuppern wollen. Oder diesen Fototermin auf dem Oktoberfest, bei dem für die Kameras noch Bierhumpen gestemmt werden und danach ein Teller mit magerem Schinken für den ganzen Abend reichen muss. Puh, was bin ich satt! Ich hatte doch gestern schon eine Erbse!

Kann man sich dem entziehen oder machen wir da alle mit? Für Hollywood-Stars und Models ist das sicherlich vertretbar, denn es gehört zum Geschäft.

Bei mir ist es andererseits so, ich kann abspecken bis zum Gehtnichtmehr, davon werd ich auch nicht schöner. Und 20 Kilo weniger machen mich nicht 20 Jahre jünger. Auch wenn nach der Abspeckkur jeder säuselt, ach Gott, was siehst Du guuut aus! Hast Du abgenommen?

Willst Du Dein Leben wirklich mit diesem Unsinn verbringen? Dann sieh Dich in Deinem Bekanntenkreis um und überlege mal, wer alles schon die meisten seiner Jahre mit Diät (oder Detoxen, gesund Leben, leicht Leben, der super-gesunden Soundso-Kur… siehe oben!) zugebracht hat.

Natürlich kann auch ich mich dem ganzen Quatsch nicht ganz entziehen. Ich lebe schließlich nicht auf meinem eigenen Planeten. Aber ich möchte lieber von Essen erzählen, das gut schmeckt und satt macht. Ich finde nämlich, mehr muss Essen gar nicht können.

Daher gibt es aus Anlass des Blog Event CIV - Rezepte für die Figur bei mir ein ganz normales Mittagessen, wie ich es an einem Wochentag koche. Da kann sich jeder aussuchen, für welche Figur er es gerade nötig hat. - Guten Appetit!

Das Blog-Event findet wie alle guten Blog-Events bei Zorra im Blog 1x umrühren aka kochtopf statt. Vielen Dank dafür, liebe Zorra!




Buttermöhrchen-Pasta

pro Person
1 Portion Spaghetti
2 mittelgroße Möhren
2 Knoblauchzehen
Salz
Pfeffer oder Chili
Olivenöl
Butter
1 Prise Kreuzkümmel

+ Parmesan zum Servieren

Spaghetti in Salzwasser kochen.

In der Zwischenzeit Möhren schälen und in kleine Stücke schneiden. Die Möhren mit etwas Salz langsam in Olivenöl braten, bis sie weich sind. Das Gericht schmeckt umso besser, je langsamer die Möhren gebraten werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, macht es also umgekehrt und bereitet die Möhren vor den Spaghetti zu.

Den Knoblauch hinzufügen und kurz mit den Möhren schwitzen lassen. Kreuzkümmel mörsern und die Möhren damit würzen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Möhren in einen Mixer geben und kurz zerkleinern. In der Pfanne mit etwas Butter vermischen und nochmals kurz erhitzen.

Die Spaghetti abschütten und tropfnass mit den Möhren vermengen.
Mit geriebenem Parmesan servieren.




Donnerstag, 1. Januar 2015

Neujahrs-Pastetchen - Hier und Jetzt

Hätte ich einen Rückblick auf das vergangene Jahr schreiben sollen? Ich gebe zu, die Fragebögen, die zum Jahreswechsel wieder in allen Blogs auftauchen, reizen mich. Der folgenreichste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? 3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? - Dazu hätte ich wirklich eine Menge zu sagen, denn 2014 war ein aufregendes Jahr für mich. Aber sind wir mal ehrlich, das geht Euch alles nix an. Das ist schließlich nur ein Foodblog!

Deshalb fasse ich mal kurz das Wichtigste zusammen, was nichts mit Essen zu tun hat: Verdammtes Glück gehabt, die besten Freunde aller Zeiten, ein gutes Jahr. Mehr muss man nicht wissen. Das neue Jahr hat bereits begonnen und meine Pläne für die Zukunft sind hier und jetzt wichtiger als ein Blick in den Rückspiegel. Aber am allerwichtigsten ist meiner Ansicht nach immer das Mittagessen:

Thunfisch-Pastetchen mit Erbsen


Es sieht ganz danach aus, als wäre es üblich, Blätterteigpastetchen zu Neujahr zu essen. In den Bäckereien der Region stehen sie kurz vor dem Jahreswechsel immer auf der Theke und danach gibt es sie nicht mehr. Ich habe sowieso den Eindruck, sie sind ein bisschen aus der Mode gekommen. Früher bekam man in jedem Café, das Kaffee und Kuchen servierte, auch Königin Pastetchen. Wenn ich als Kind schon gewusst hätte, dass sie irgendwann mal so gut wie ausgestorben sind, dann hätte ich sicherlich eins probiert. Aber so sind sie mir irgendwie durchgegangen, auch in Belgien. Dort habe ich als Kind mit meinen Eltern viel Zeit verbracht, und dort wurden die Bouchées à la reine wahlweise mit Kalbsragout oder mit Nordseekrabben und Fisch serviert, stets begleitet von einer großen Portion Fritten.

Blätterteig in Ringen auf einen Boden türmen


Zu Hause gab es manchmal Pastetchen mit Thunfisch und ich mochte das sehr gerne. Meine Mutter hatte das Rezept aus der Sammlung Menü und es war so ziemlich das erste Rezept, das ich schon als Kind nachgekocht habe. Angesichts der angespannten Vorratslage nach dem Feiermarathon, ein praktisches Essen zu Neujahr.

Pastetchen, frisch aus dem Ofen


Die Pastetchen habe ich aus ganz hervorragendem Butterblätterteig gebastelt. Dabei handelt es sich um ein Fertigprodukt, das nichts außer Mehl, Butter, Wasser und Salz enthält, und auch entsprechend gut schmeckt.

Für das Ragout brate ich Zwiebeln ganz langsam in Olivenöl mit etwas Butter und Salz an. Dazu kommt etwas Porree und Knoblauch. Wen alles weich ist, kommt der abgetropfte Dosenthunfisch und ein paar Kapern hinein. Sahne aufgießen, mit ganz, ganz wenig Curry (nur als Geschmacksverstärker) und viel schwarzem Pfeffer abschmecken und kurz aufkochen. TK-Erbsen in die heiße Sauce geben und darin nur erwärmen, nicht mehr mitkochen lassen. - Fertig!

Ich wünsche allen Lesern ein frohes und gesegnetes Jahr 2015! 


Neujahrspastetchen mit Thunfisch und Erbsen



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